Meine Gedanken zu Informatik und Schule, Privatem und Beruflichem und allerlei Geek Kram.

DSGVO für Informatiklehrer

Die DSGVO findet ab dem 25. Mai in der ganzen EU verpflichtend Anwendung (in Kraft getreten ist sie schon am 24. Mai 2016). Ab dann sind die personenbezogenen Daten von allen EU-Bürgern deutlich weitreichender geschützt, als bisher. Denkt an die Cookie-Meldungen, die seit einiger Zeit auf den meisten Webseiten auftauchen (müssen). Anstatt dort nur informiert zu werden, dass ein Cookie gesetzt wird, wird man in Zukunft explizit ein Häkchen setzen müssen, dass man der Sammlung von personenbezogenen Daten über ein Trackingcookie zustimmt. Und darüber hinaus noch einen Haken, wenn man personenbezogene Werbung möchte, und für jede weitere Verwendung der eigenen Daten. Das könnte den Untergang des derzeitigen Werbemodells im Internet bedeutet.


Update: Das Letzte stimmt wohl nicht ganz. Das Tracking zu Werbezwecken könnte unter eine Ausnahme des DSGVO (Artikel 6) fallen:

Die Verarbeitung ist nur rechtmäßig, wenn mindestens eine der nachstehenden Bedingungen erfüllt ist: [...] f) die Verarbeitung ist zur Wahrung der berechtigten Interessen des Verantwortlichen oder eines Dritten erforderlich, sofern nicht die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen, insbesondere dann, wenn es sich bei der betroffenen Person um ein Kind handelt.

Dazu interessant: "DSGVO: Werbetracking schwerer, aber nicht tot" - Lage der Nation Podcast #100


Ob es soweit kommt, steht aber noch nicht fest. Die DSGVO schafft in über 100 Paragraphen wenig Rechtssicherheit, da sie teilweise sehr schwammig formuliert ist. Es bleibt also abzuwarten, wie die ersten Urteile ausfallen. Außerdem stößt man bei der Recherche dazu immer wieder auf Panikmache der Art, dass in Zukunft jedes Kontaktformular eine Checkbox zur Einwilligung braucht.

Eine Quelle, die ich als sehr hilfreich empfunden habe, um einen ersten Überblick zu bekommen, ist der Rechtsbelehrung Podcast. In den beiden bisher verfügbaren Folgen zur DSGVO erfährt man, was eigentlich eine "Grundverordnung" ist, was mit dem Bundesdatenschutzgesetz passiert (Spoiler: Es wird durch ein neues ersetzt) und was eigentlich "personenbezogene Daten" sind.

Eine Übersicht in geschriebener Form bietet Jan Philipp Abrecht auf seiner Seite an.

Etwas detaillierter wird es auf den Seiten der Rechtsanwälte Wilde Beuger Solmecke. Dazu gibt es einige erklärende Videos, die vielliecht auch für den Unterricht eingesetzt werden könnten.

Wer lieber etwas in der Hand hält beim Lesen (sei es ein eBook-Reader oder eine Broschüre), für den wird in dieser Broschüre auf knapp 100 Seiten alles wichtige aufbereitet.

Möchtet ihr eure Webseiten für den 25. Mai vorbereiten, braucht ihr vor allem eine Datenschutzerklärung. Ähnlich zum Impressum muss diese von überall auf der Webseite in maximal zwei Klicks offensichltich erreichbar sein. Also sollte am besten ein Link im Footer der Seite, neben dem zum Impressum platziert werden. In der Erklärung muss der Benutzer über alle die personenbezogenen Daten betreffenden Verarbeitungen und Speicherungen informiert werden. Seien es Cookies, Speicherung von IP-Adressen in Server-Logs oder E-Mail Adressen für Newsletter. Vor allem über die Weitergabe an Dritte muss informiert werden, zum Beispiel Google Analytics. Eine Checkliste (speziell für Blogger) gibt es auf DAtenschmutz.net.

Mittlerweile gibt es eine Reihe guter Generatoren und Muster für Datenschutzerklärungen. Zwei die ich empfehlen kann sind:

  • https://dsgvo-muster-datenschutzerklaerung.dg-datenschutz.de
  • https://www.e-recht24.de/internes/tools/10568-datenschutz-generator.html

TeacherTool Complete

Eine der ersten Anschaffungen, die ich zu Beginn meines Referendariats getätigt habe, war TeacherTool, die Lehrer-App für iPhone und iPad. Ich benutze die App jeden Tag zur Eingabe von Noten, vergessenen Hausaufgaben, sonstigen Klassengeschäften und generell als digitales Kursbuch.

Bisher nehme ich alle Eingaben ausschließlich über mein iPad vor. TeacherTool läuft zwar auch auf dem iPhone, die Synchronisation mehrerer Geräte ist aber (aus Datenschutzgründen) etwas umständlich.

Der Macher von TeacherTool hat die bevorstehende Veröffentlichung von TeacherTool Desktop angekündigt. Mit einem interessanten Konzept: Die mobile Version von TeacherTool wird nach wie vor die Haupapplikation sein, während die Desktop Variante nur ein Client-Programm ist, das sich die Daten vom iOS Server holt. Alle Operationen werden auf dem iPad/iPhone berechnet und auf den Desktop-Rechner übertragen.

TeacherTool Desktop wird es also nur im Komplettpaket mit TeacherTool geben, weshalb es eine neue Preisstruktur für die Programme geben wird. Das neue "TeacherTool Complete" Paket wird in Zukunft zusammen im Abo für ca. 20 Euro angeboten werden. Dafür versprechen die Entwickler regelmäßige Aktualisierungen der Apps mit neuen Features. Wer auf die Desktop Version verzichten kann, der kann nach wie vor auf einen Einmalkauf zurückgreifen, wird dafür aber nicht ganz so regelmäßig in den Genuss neuer Funktionen kommen, sondern "nur" in großeren Updates etwa alle zwei Jahre.

Ich bin gespannt, wie sich das neue Konzept auszahlt und wie sich die Desktop Version in den alltäglichen Arbeitsablauf integriert. Auch wenn ab und zu die Eingabe am Rechner praktisch wäre, fällt die meiste Arbeit mit TeacherTool nach wie vor mobil in der Schule an. Trotzdem kann ich mir vorstellen, die neue App zumindest auszuprobieren. Nicht zuletzt, um die Weiterentwicklung zu unterstützen.

Robotik ohne Einstiegshuerde - Nachlese zum IT-NRW17

Anfang April - genauer am 03.04. - war mal wieder Informatiktag. Der 16. insgesamt und diesmal war ich mit dem Kollegen Hein und einer Handvoll Ozobots vor Ort. In unserem Workshop konnten die Teilnehmer an fünf Stationen die Funktionsweise des kleinen Roboters kennenlernen und sich gleichzeitig Ideen für den Unterrichtseinsatz abholen.

Wie immer haben wir versucht den Workshop möglichst praxisnah zu gestalten und den Teilnehmern viel "Hands-on" Zeit zu ermöglichen. Daher gab es nur einen kurzen Vortrag für den Überblick und dann eine lange Arbeitsphase. Diese Art von lockerem Workshop gefällt mir persönlich am besten, da man Zeit hat, sich mit den Teilnehmern auszutauschen. Auf der anderen Seite wird das nicht immer den Erwartungen der Besucher gerecht, vorgefertigte Unterrichtsrezepte für den Praxiseinsatz zu bekommen.

Das Feedback war bisher ganz gut. Wir hatten zwei nette Workshops mit motivierten Teilnehmern. Unser Ziel, andere Lehrkräfte für den Ozobot zu interessieren haben wir wohl erreicht.

Ich hoffe nächstes Mal auch wieder Stoff für einen Workshop zu finden, wobei ich auch gerne mal wieder als Teilnehmer die ein oder andere Inspiration bekommen würde. Jedenfalls dürfte die Vorbereitung im nächsten Jahr etwas einfacher werden. Als ich Ende des letzten Jahres den Ozobot Workshop angemeldet hab, habe ich vielleicht etwas unterschätzt, wie viel Zeit ich neben dem Referendariat noch zum Vorbereiten haben würde.

Auf jeden Fall freue ich mich aufs nächste Mal. Auch wenn der Informatiktag eine vergleichsweise überschaubare Veranstaltung ist, ist es doch immer lohnenswert hinzufahren.

Bild: EVOLLVE, INC

Be-greifbare Interaktionen im Informatikunterricht – Nachlese zum ITNRW16

Am Montag fand der 15. Informatiktag NRW statt. Diese Jahr war die TU Dortmund Veranstaltungsort. Nachdem ich letztes Jahr aushilfsweise einen Workshop zu Möglichkeiten der Umsetzung des Inhaltsfeldes Informatik, Mensch und Gesellschaft in der angeboten hatte, war ich dieses Mal mit einem eigenen Workshop vor Ort. Zusammen mit einem unserer (mittlerweile ehemaligen) Studenten haben wir das Ergebnis seiner Examensarbeit vorgestellt. Dabei ging es um die Einbettung des Themas „Be-greifbare Interaktionen“ im Informatikunterricht. Neben allgemeinen Hinweisen wollten wir vor allem die Scratch Erweiterung Scratch4TUIO demonstriert, mit der solche alternativen Interaktionskonzepte leicht in die Scratch-Plattform integriert werden können. Vortrag zu Scratch4TUIO Das Feedback nach den beiden Workshops war überwiegend positiv (auch wenn es sich wie immer nicht vermeiden ließ, dem ein oder anderen die Stimmung zu vermiesen, weil an einer Stelle tatsächlich die Kommandozeile/Eingabeaufforderung genutzt werden musste oder weil wir tatsächlich eine installierte Java-Runtime vorausgesetzt haben). Es war spannend, die Erweiterung im Einsatz zu sehen und mit den Teilnehmern kreativ zu arbeiten. Am Ende konnten hoffentlich nicht nur die anwesenden Lehrpersonen Anregungen für Ihren Unterricht mitnehmen, sondern auch wir konnten viele Ideen für die weitere Beschäftigung mit dem Thema sammeln.

Wer interesse am Workshop hat findet unter tinyurl.com/itnrw16-s4t eine Liste der relevanten Links, unter anderem auch der Folien zum Vortrag. Weitere Infos zur Erweiterung Scratch4TUIO gibt es auf der offiziellen Seite oder in der Informatik-Box.

Informatiktag NRW 2016 in Dortmund

In diesem Jahr finde der alljährliche Informatiktag der GI-Fachgruppe Informatische Bildung in NRW in Dortmund statt. Am 14. März werden wieder in zwei Schienen diesmal 32 Workshops für die Teilnehmer angeboten. Zielgruppe sind vor allem Informatiklehrer, die interessante neue Themen für Ihren Unterricht entdecken möchten.

Nach mehrmaliger Teilnahme in den letzten Jahren biete ich in diesem Jahr einen eigenen Workshop zusammen mit einem ehemaligen Studenten an, der sich in seiner Examensarbeit mit dem Thema Be-greifbare Interaktionen auseinandergesetzt hat. Als Produkt seiner Arbeit ist die Scratch Erweiterung Scratch4TUIO entstanden, mit der auf einfache Weise Interaktionskonzepte in Scratch eingebunden werden können. Die Kombination von Scratch mit dem offenen TUIO-Protokoll eröffnet viele spannende Möglichkeiten für den Einsteig in die Programmierung, lässt sich aber durch diverse Bibliotheken leicht in höheren Programmiersprachen umsetzen.

Bis zum 29. Februar kann man sich noch für den Informatiktag anmelden und wir freuen uns über alle Interessierten Teilnehmer in unserem Workshop. Damit das hier nicht nur reine Eigenwerbung ist, hier aber noch ein paar Workshop-Empfehlungen, in denen noch Plätze frei sind:

Developing Drafts actions with Drafts-IDE

When the latest version of Drafts for iPhone was released, I spend some time writing Actions and Script Keys to optimize my text capturing workflow to my needs. I quickly became annoyed with the limited editing capabilities of the script editor within Drafts. To deal with that, I started to write my scripts in Drafts itself and used an Action to quickly convert the draft to a new Script Action or Script Key. That worked for a while, but with the scripts getting more complex, I started to miss the additional syntax highlighting, keyboard shortcuts and other conveniences my desktop environment provides. So I started to program there, sync the code to my phone and copy it into the appropriate script action. Again, this quickly became annoying, because of the many steps involved to test small code changes.

So finally I decided I wanted to have the possibility to write my code on the desktop and somehow directly test it there, before deploying it to Drafts on my phone. The result of that is a kind of "Drafts-IDE", that allows you to do just that. It is a webpage with a draft, a code editor and a run button that executes the code as either a Script Key or an Action. The complete development environment runs on a single page and can be used offline.  It should support most of Drafts features, though some (like parsing template tags) are limited.

Since the app helped me develop more complex workflows for Drafts, I spent some time to clean up the code and published it on GitHub: https://github.com/jneug/drafts-sim

To test the editor I you can use it online at http://drafts.neugebauer.cc. Hopefully the editor will encourage others to develop cool actions and keys for Drafts. I will publish some of mine in the near future, as soon as I find the time to write up some descriptions for them.

Automating iOS: A Comprehensive and Updated Guide to Launch Center Pro

Since no single resource has previously existed to bring you up to speed from a total beginner to a Launch Center Pro power user, my goal is to provide one for you here. Whether you had never even heard of Launch Center Pro until reading this, or you're a seasoned veteran of the app, this article will familiarize you with LCP's full feature set.

Fortgeschrittene Verarbeitung von Scratch Projekten

Scratch logo Scratch ist mittlerweile aus dem Informatikunterricht nicht mehr weg zu denken. Die zunehmenden Aktivitäten im Bereich der Sekundarstufe I und sogar der Primarstufe, den Informatikunterricht schon früh in der Schullaufbahn zu verankern haben Scratch immer mehr in den Fokus gerückt, da das Tool einen einfachen Einstieg in die Algorithmik bietet und durch seine Interfaces zu externen Komponenten wie dem Arduino oder Lego Mindstorms NXT die Effekte der Programmierung in der physischen Welt erfahrbar macht.

Mittlerweile gibt es eine riesige Anzahl Erweiterungen, die die verschiedensten Hardwarekomponenten mit Scratch kompatibel machen. Snap4Arduino erlaubt die Steuerung des Arduino, Scratch 2 Lego WeDo die Verbindug zu Lego WeDo und mit Scratch4TUIO ist sogar die Verwendung Be-greifbarer Interaktionen möglich.

Die leichte Erweiterbarkeit ist sicher ein Grund, warum Scratch so beliebt ist. Da Scratch komplett Open Source ist, können Entwickler sehr einfach eigene Versionen der Software erstellen. So ist zum Beispiel das beliebte Snap! Projekt daraus hervor gegangen. Die Projekte werden in einem einfachen JSON-Textformat gespeichert, welches sich leicht durch andere Programme einlesen lässt. Dies hat dazu geführt, dass eine Reihe Programmbibliotheken entstanden sind, die es Entwicklern ermöglichen sollen, möglichst leicht mit den Daten in diesen Projektdateien umzugehen. Beispielsweise gibt es in Python die Bibliothek github:tjvr/kurt, die genau diese Aufgabe übernimmt und dabei die Dateiformat von Scratch 1.4 und 2.0, sowie Snap! unterstützt.

Basierend auf kurt lassen sich Scratch Projekte analysieren, uminterpretieren und auf vielfältige Weise weiterverarbeiten. Beispiele sind:

Ein Beispiel für eine vollständige Applikation zur Analyse der Codequalität von Scratch Projekten ist Dr.Scratch. Dr.Scratch liest die Projektdaten und gibt dem Programmierer Feedback über seine Programmierfähigkeiten. Die Entwickler behaupten durch die Analyse die Fähigkeit zum Computational Thinking des Lerners einschätzen zu können, indem in verschiedenen Kategorien ein Drei-Sterne-Rating vergeben wird. Außerdem werden Tips gegeben, wie die Skripte verbessert werden können. Dr.Scratch kann kostenlos genutzt werden und ist ebenso Open Source, wie die anderen vorgestellten Projekte,

Rasberry is based on Lingonberry by Anders Norén.

Ligature Symbols by Kazuyuki Motoyama.