Artikel für den Tag Scratch

Be-greifbare Interaktionen im Informatikunterricht – Nachlese zum ITNRW16

Am Montag fand der 15. Informatiktag NRW statt. Diese Jahr war die TU Dortmund Veranstaltungsort. Nachdem ich letztes Jahr aushilfsweise einen Workshop zu Möglichkeiten der Umsetzung des Inhaltsfeldes Informatik, Mensch und Gesellschaft in der angeboten hatte, war ich dieses Mal mit einem eigenen Workshop vor Ort. Zusammen mit einem unserer (mittlerweile ehemaligen) Studenten haben wir das Ergebnis seiner Examensarbeit vorgestellt. Dabei ging es um die Einbettung des Themas „Be-greifbare Interaktionen“ im Informatikunterricht. Neben allgemeinen Hinweisen wollten wir vor allem die Scratch Erweiterung Scratch4TUIO demonstriert, mit der solche alternativen Interaktionskonzepte leicht in die Scratch-Plattform integriert werden können. Vortrag zu Scratch4TUIO Das Feedback nach den beiden Workshops war überwiegend positiv (auch wenn es sich wie immer nicht vermeiden ließ, dem ein oder anderen die Stimmung zu vermiesen, weil an einer Stelle tatsächlich die Kommandozeile/Eingabeaufforderung genutzt werden musste oder weil wir tatsächlich eine installierte Java-Runtime vorausgesetzt haben). Es war spannend, die Erweiterung im Einsatz zu sehen und mit den Teilnehmern kreativ zu arbeiten. Am Ende konnten hoffentlich nicht nur die anwesenden Lehrpersonen Anregungen für Ihren Unterricht mitnehmen, sondern auch wir konnten viele Ideen für die weitere Beschäftigung mit dem Thema sammeln.

Wer interesse am Workshop hat findet unter tinyurl.com/itnrw16-s4t eine Liste der relevanten Links, unter anderem auch der Folien zum Vortrag. Weitere Infos zur Erweiterung Scratch4TUIO gibt es auf der offiziellen Seite oder in der Informatik-Box.

Informatiktag NRW 2016 in Dortmund

In diesem Jahr finde der alljährliche Informatiktag der GI-Fachgruppe Informatische Bildung in NRW in Dortmund statt. Am 14. März werden wieder in zwei Schienen diesmal 32 Workshops für die Teilnehmer angeboten. Zielgruppe sind vor allem Informatiklehrer, die interessante neue Themen für Ihren Unterricht entdecken möchten.

Nach mehrmaliger Teilnahme in den letzten Jahren biete ich in diesem Jahr einen eigenen Workshop zusammen mit einem ehemaligen Studenten an, der sich in seiner Examensarbeit mit dem Thema Be-greifbare Interaktionen auseinandergesetzt hat. Als Produkt seiner Arbeit ist die Scratch Erweiterung Scratch4TUIO entstanden, mit der auf einfache Weise Interaktionskonzepte in Scratch eingebunden werden können. Die Kombination von Scratch mit dem offenen TUIO-Protokoll eröffnet viele spannende Möglichkeiten für den Einsteig in die Programmierung, lässt sich aber durch diverse Bibliotheken leicht in höheren Programmiersprachen umsetzen.

Bis zum 29. Februar kann man sich noch für den Informatiktag anmelden und wir freuen uns über alle Interessierten Teilnehmer in unserem Workshop. Damit das hier nicht nur reine Eigenwerbung ist, hier aber noch ein paar Workshop-Empfehlungen, in denen noch Plätze frei sind:

Fortgeschrittene Verarbeitung von Scratch Projekten

Scratch logo Scratch ist mittlerweile aus dem Informatikunterricht nicht mehr weg zu denken. Die zunehmenden Aktivitäten im Bereich der Sekundarstufe I und sogar der Primarstufe, den Informatikunterricht schon früh in der Schullaufbahn zu verankern haben Scratch immer mehr in den Fokus gerückt, da das Tool einen einfachen Einstieg in die Algorithmik bietet und durch seine Interfaces zu externen Komponenten wie dem Arduino oder Lego Mindstorms NXT die Effekte der Programmierung in der physischen Welt erfahrbar macht.

Mittlerweile gibt es eine riesige Anzahl Erweiterungen, die die verschiedensten Hardwarekomponenten mit Scratch kompatibel machen. Snap4Arduino erlaubt die Steuerung des Arduino, Scratch 2 Lego WeDo die Verbindug zu Lego WeDo und mit Scratch4TUIO ist sogar die Verwendung Be-greifbarer Interaktionen möglich.

Die leichte Erweiterbarkeit ist sicher ein Grund, warum Scratch so beliebt ist. Da Scratch komplett Open Source ist, können Entwickler sehr einfach eigene Versionen der Software erstellen. So ist zum Beispiel das beliebte Snap! Projekt daraus hervor gegangen. Die Projekte werden in einem einfachen JSON-Textformat gespeichert, welches sich leicht durch andere Programme einlesen lässt. Dies hat dazu geführt, dass eine Reihe Programmbibliotheken entstanden sind, die es Entwicklern ermöglichen sollen, möglichst leicht mit den Daten in diesen Projektdateien umzugehen. Beispielsweise gibt es in Python die Bibliothek github:tjvr/kurt, die genau diese Aufgabe übernimmt und dabei die Dateiformat von Scratch 1.4 und 2.0, sowie Snap! unterstützt.

Basierend auf kurt lassen sich Scratch Projekte analysieren, uminterpretieren und auf vielfältige Weise weiterverarbeiten. Beispiele sind:

Ein Beispiel für eine vollständige Applikation zur Analyse der Codequalität von Scratch Projekten ist Dr.Scratch. Dr.Scratch liest die Projektdaten und gibt dem Programmierer Feedback über seine Programmierfähigkeiten. Die Entwickler behaupten durch die Analyse die Fähigkeit zum Computational Thinking des Lerners einschätzen zu können, indem in verschiedenen Kategorien ein Drei-Sterne-Rating vergeben wird. Außerdem werden Tips gegeben, wie die Skripte verbessert werden können. Dr.Scratch kann kostenlos genutzt werden und ist ebenso Open Source, wie die anderen vorgestellten Projekte,

Rasberry is based on Lingonberry by Anders Norén.

Ligature Symbols by Kazuyuki Motoyama.